Kiefer Pinus sylvestris


Kiefernwald

Holzbeschreibung

Im Gegensatz zur Fichte sind das äußere Splintholz und innere Kernholz in charakteristischer Weise farblich scharf voneinander getrennt (Kernholzbaum). Das je nach Baumalter und Standort schmale bis breite Splintholz (Breite 2 bis 10 cm, gewöhnlich 3 bis 6 cm) ist überwiegend gelblichweiß, mitunter rötlichweiß gefärbt. Das Kernholz weist frisch zunächst eine rötlichgelbe Farbe auf, dunkelt aber rasch zu einem typischen rötlichbraunen bis rotbraunen Alterston nach. 
Die Jahrringe sind infolge ausgeprägter Frühholz-Spätholz Unterschiede deutlich voneinander abgesetzt. Sie messen im Mittel 3 mm, können aber je nach Wuchsgebiet extrem eng (kaum millimeterbreit) bis breit (knapp zentimeterbreit) sein. Das gegenüber dem hellen Frühholz merklich dunklere, bis rotbraune Spätholz ist auch innerhalb der Jahrringe zumeist relativ scharf abgesetzt und bewirkt auf den Längsflächen markante Fladern (Tangentialschnitt) bzw. Streifen (Radialschnitt). Die zahlreich ausgebildeten Harzkanäle sind deutlich größer als bei Fichte oder Lärche und lassen sich auf sauberen Querschnitten bereits mit bloßem Auge erkennen. Kiefernholz riecht frisch angenehm harzig-aromatisch.





KIEFER

Gesamtcharakter: Geradfaseriges Nadelholz mit bis rotbrauner Kernfärbung und ausgeprägtem Frühholz-Spätholz Kontrast bzw. deutlicher Jahrringstruktur. Dekorativ.

Eigenschaften

Das Holz der Kiefer ist mit einer mittleren Rohdichte von 0,52 g/cm³ bei 12-15% Holzfeuchte mittelschwer und mäßig hart. Es besitzt gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften, wobei die Werte durchschnittlich über denen der Fichte liegen. Allerdings ist der Streubereich der Werte größer als bei Fichte, ohne aber diese zu unterschreiten. Je höher mit abnehmender Jahrringbreite der prozentuale Spätholzanteil wird, desto fester und schwerer ist das Holz, da Rohdichte und Festigkeit unmittelbar verhältnisgleich dem Spätholzanteil anwachsen. Auch hat Kiefer eine sehr günstige Bruchschlagfestigkeit, die als Maß für die dynamische Beanspruchung bzw. Zähigkeit eines Holzes gilt. Des weiteren schwindet Kiefernholz nur mäßig wie auch das Stehvermögen überwiegend gut ist. Im Bergbau macht man sich die gute Warnfähigkeit (Knistergeräusche bei Überbelastung) zunutze.
Das Kernholz besitzt außer bei Erdkontakt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Zudem ist es gegen den Hausbockkäfer und den Gewöhnlichen Nagekäfer immun. Das Splintholz ist hingegen sowohl pilzanfällig als auch insektengefährdet.




© Schuhboeck 2013