Buche Fagus sylvatica

Buchenwald


Holzbeschreibung

Die Buche gehört wie die Esche zu den sogenannten Kernholzbäumen mit unregelmäßiger Farbkernbildung bzw. zu den "Bäumen mit fakultativer Farbkernbildung" nach neuer Terminologie. Entsprechend sind Splint- und Kernholz teils von einheitlicher blaßgelblicher bis rötlichweißer Färbung, teils ist ein in Intensität der Färbung, Form und Ausmaß unregelmäßiger, auf dem Querschnitt mehrzoniger oder wolkig abgestufter rotbrauner Farbkern, der sog. Rotkern oder Falschkern der Buche, ausgebildet. Der Splint bzw. die farbkernfreien Zonen sind allgemein sehr breit, da die Rotkernbildung zumeist erst im höheren Baumalter ab etwa 80 Jahren einsetzt. Es handelt sich dabei um einen rein physiologischen Vorgang und eine normale Alterserscheinung, die standörtlich bedingt früher oder später einsetzt. Insbesondere nimmt im Baumalter von 100 bis 130 Jahren das Auftreten des Rotkernes sprunghaft zu, und im Baumalter von über 150 Jahren sind - von Ausnahmen abgesehen - 80 bis 100% der Bäume rotkernig.


Buchenholz wird sowohl als Stammholz als auch Schnittholz häufig gedämpft, wodurch das hellfarbige, farbkernfreie Holz eine gleichmäßig rötliche bis rötlichbraune Farbe annimmt.
Auf sauber abgezogenen Hirnflächen sind die Jahrringe durch ein porenärmeres, dunkler erscheinendes letztes Spätholzband deutlich erkennbar voneinander abgesetzt. Sie verlaufen teilweise etwas wellig. Die sehr zahlreichen Gefäße sind zerstreutporig angeordnet, dabei einzeln und in kleinen Gruppen angelegt. Sie sind recht fein und auf dem Querschnitt ohne Lupe kaum erkennbar. Entsprechend sind die Längsflächen frei von Porenrillen. Besonders charakteristisch sind die zahlreichen breiten bis sehr breiten Holzstrahlen, die tangential als mehrere Millimeter hohe, rötliche Spindeln ("Striche") und radial als ebenso hohe, flächige Spiegel das Holzbild wesentlich beeinflussen. Daneben kommen in großer Anzahl sehr feine Holzstrahlen vor, die lediglich auf dem Querschnitt erkennbar sind. Das Holz ist obgleich auf den Hirnflächen die Jahrringgrenzen ziemlich scharf markiert sind - nur leicht gefladert (Tangentialschnitt) bzw. gestreift (Radialschnitt) und somit ziemlich schlicht in seiner Struktur. Ein spezieller Geruch fehlt.


Gesamtcharakter: Rötlichweißes, gedämpft rötlichbraunes Laubholz mit zerstreutporig angeordneten, feinen Poren, deutlich markierten Jahrringgrenzen und auffälligen Holzstrahlen. Im Alter überwiegend rotkernig. Schlicht.


Eigenschaften

BUCHE

Vorab ist zu betonen, daß sich hellfarbiges und rotkerniges Buchenholz lediglich hinsichtlich ihres Tränk- und Trocknungsverhaltens voneinander unterscheiden, ansonsten aber in den technologischen Eigenschaften keine verwendungstechnisch relevanten Unterschiede aufweisen. Der Rotkern bringt somit keinerlei technologische Nachteile mit sich.
Die Buche liefert ein ausgesprochen homogenes und bei einer mittleren Rohdichte von 0,72 g/cm³ bezogen auf 12-15% Holzfeuchte schweres, der Eiche im Gewicht vergleichbares Holz. Es ist von hoher Härte, dabei zäh, aber wenig elastisch. Zudem besitzt Buchenholz ausgesprochen gute Festigkeitswerte, die noch über denjenigen der Eiche liegen, sowie eine sehr hohe Abriebfestigkeit. 
Weniger gut ist dagegen das Schwindverhalten, da Buche verhältnismäßig stark schwindet. Auch weist sie nach der Trocknung ein mäßig gutes Stehvermögen auf und "arbeitet" stärker als andere Holzarten. Daher sollte verarbeitetes Buchenholz keinen zu starken Feuchtigkeitsänderungen ausgesetzt werden. Des weiteren ist zu berücksichtigen, daß ungeschütztes Buchenholz - einschließlich des rotkernigen stark pilzanfällig und der Witterung ausgesetzt entsprechend von nur geringer natürlicher Dauerhaftigkeit ist.

 



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